PLAN B

Van Grimde Corps Secrets (CA)

Wie können in naher Zukunft die Grenzen des Körpers und seine Identität neu definiert werden? Eve 2050 lädt das Publikum zu einer künstlerischen, ästhetischen und ethischen Reflexion über die Zukunft von Mensch und Körper in einem Zeitalter digitaler Technologie, biomedizinischer Fortschritte und künstlicher Intelligenz ein. Die Arbeit, die Tanz, Video, Musik, visuelle und digitale Kunst vereint, hat verschiedene Formen, die in Theatern, an öffentlichen Räumen und online präsentiert werden können. Eve 2050 besteht aus drei Komponenten, die unterschiedliche Beziehungen zum Publikum herstellen: eine interaktive Webserie, eine interaktive Installation mit choreografierten Performances und eine Bühnenproduktion.

Web-Serie Eve 2050 verschmelzen die realen Körper der TänzerInnen mit ihren virtuellen Doubles und Eve kommt in einer metaphysischer Geschichte in fünf Episoden zur Welt. Auf YouTube, Snapchat, Vimeo und anderen Plattformen veröffentlicht, leiten die Episoden die Besucher auf eve2050.com um. Diese digitale Plattform, die speziell für die Zusammenstellung aller Informationen entwickelt wurde, die bei der Schaffung des Triptychons Eve 2050 verwendet wurden, ermöglicht den Zugriff auf eine interaktive Version der Webserie, in der Internetbenutzer mittels ihrer Webcam körperlich in diese Erfahrung eintauchen. Jede Person begibt sich auf eine Reise zu Eve und nimmt auf intime Weise an ihrer Geschichte teil.

Die Installation Eve 2050 ist eigenständig oder als Teil einer Performance konzipiert und bietet alternative Szenarien zur Webserie auf drei interaktiven holographischen Paneelen und zwei Skulpturen. In einem Galerieraum eingerichtet, erzeugen die Paneele fünf digitale Umgebungen, die fünf Facetten von Eve zeigen, und laden die Besucher ein, ihre Welt zu entdecken.

In der Bühnenproduktion Eve 2050 steuern acht Darsteller eine immersive, interaktive Umgebung, die eine vernetzte Menschheit evoziert, in der mehrere Möglichkeiten koexistieren: genetische Mutationen, das Zusammenleben menschlicher und künstlicher Intelligenzen, Träume von Unsterblichkeit, digitales Überleben…Angetrieben von Überlegungen zu den Fortschritten der KI weist dieser abschließende Teil des Projekts auf das Aufkommen einer neuen Spezies hin, eine neue Sichtweise auf die ewige Frage nach unserem Platz im Mysterium des Kosmos.

Durch seine drei Komponenten kombiniert Eve 2050 die pulsierende Kraft der gegenwärtigen physischen Präsenz mit den magischen Veränderungen und seiner Allgegenwart, die die Technologie ermöglicht. Natur und Kultur versöhnen sich in diesem Zusammentreffen zwischen dem Urkörper – dessen Ahnenerbe durch ein viszerales Gestikvokabular ausgedrückt wird – und dem Körper der Zukunft, der sich durch die Verbindung mit der Technologie verwandelt.

Eve 2050 ist ein besonders innovatives Projekt im künstlerischen Einsatz digitaler Technologien. Es basiert auf einer neuartigen Verbindung verschiedener Bildanalyse- und -verarbeitungsanwendungen, Bewegungserfassungssystemen und neuesten interaktiven Technologien. Die meisten visuellen Effekte, die Eve in der Webserie verwandeln, werden in Echtzeit durch interaktive Technologien generiert, nicht in der Postproduktion. Dieser Prozess ermöglicht es, die gleichen Effekte auf die Körper von Zuschauern zu übertragen, die die digitale Installation erkunden, und auf die Performer auf der Bühne. Die Technologie wird im Dienst des Tanzes eingesetzt und kreiert für jeden Zuschauer ein einzigartiges Erlebnis.

 

Les Méconnus → 23/09/2018

Pieuvre.ca → 23/09/2018

Konzept, Künstlerische Leitung und Choreographie
Isabelle Van Grimde

Interaktives Visual Design
Jérôme Delapierre

Komposition
Thom Gossage

Produktion Web Series
Robert Desroches - DAVAI

Choreografie Assistenz
Sophie Breton

Von und mit
Sophie Breton, Justin De Luna, Chi Long, Marine Rihxon und Gabrielle Roy

Weitere Performer Web Series
Georges-Nicolas Tremblay, Félix Cossette, Emmanuelle Martin, Erika Morin, Marie Mougeolle, Bronte Poiré-Prest, Soula Trougakos, Rhéa Sky Walsh, Angélique Willkie, Alice Delapierre and Kim Long

Visual Works
Marilene Oliver

Interaktive Sound Technologien
Frédéric Filteau

Kostüme
Pascale Bassani

Konzept und Recherche für Kostüme
Manon Desrues und Jérôme Delapierre

In einer Zeit zunehmender Virtualisierung taucht Isabelle Van Grimde ihre TänzerInnen in eine interaktive visuelle Umgebung ein, die von Live-Musik instrumentiert wird. Hier untersucht sie Fragen zu Identitätsschwankungen, Wahrnehmungen und dem zukünftigen Körper. Tausendundeine Geschichten überschneiden sich und bilden den Rahmen einer traumähnlichen und poetischen Arbeit.

Für diese Produktion lud Isabelle Van Grimde zwei junge Tänzerinnen der École supérieure de ballet du Québec ein: Samaël Maurice (12 Jahre) und Maya Robitaille (14 Jahre). Ihre Präsenz offenbart andere Aspekte der gestischen Sprache der Choreografin und bietet dem Publikum eine andere Perspektive auf den tanzenden Körper sowie unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten.

Die Komposition eines sinfonischen Werkes in einem choreografischen Kontext war eine Herausforderung für die musikalische Arbeit von Tim Brady und Thom Gossage. Das Ergebnis ist eine Komposition für Gitarre und Perkussion, eine offene Komposition mit strukturierter Improvisation.

Die traumhaften Landschaften, die der Künstler Jérôme Delapierre hauptsächlich in Echtzeit erzeugt, fangen die Essenz der ständig wachsenden virtuellen Welt ein, in der wir leben. Durch die Kombination eines Infrarot-Bewegungserfassungsystem mit einer ebenso unaufdringlichen wie komplexen Technologie, treibt die interaktive Gestaltung die Choreografie an, während die computererzeugten Bilder den TänzerInnen eine zweite Haut verleihen.

 

Eine Produktion von Van Grimde Corps Secrets. In Koproduktion mit Agora de la danse, Bradyworks, der Brian Webb Dance Company und der École supérieure de ballet du Québec. Künstlerresidenzen bei Agora de la danse.

Künstlerische Leitung und Choreographie
Isabelle Van Grimde

Von und mit
Sophie Breton, Samaël Maurice, Maya Robitaille and Georges-Nicolas Tremblay

Komposition, Musik
Tim Brady, Thom Gossage

Video, Interaktion und Bühne
Jérôme Delapierre

Choreografie Assistenz
Marie-Ève Lafontaine and Sophie Breton

Technische Leitung
Émilie Bérubé-Dionne

Tontechnik
Bernard Grenon

Mit der interaktiven Installation Corps secret / Corps public verbinden Isabelle Van Grimde, Anick La Bissonnière und Thom Gossage Bewegung, Architektur und Klang, um unsere alltägliche Umgebung zu verändern und unsere Wahrnehmung von Bild und Zeit herauszufordern.

Drei faszinierende Strukturen bewohnen den Espace culturel Georges Émile Lapalme im Place des Arts. Ihre Wände sind flexibel und durchscheinend, eine Spiegelhaut, in der sich das eigene Spiegelbild mit den Spiegelungen anderer BesucherInnen vermischt…und mit denen der TänzerInnen während der Performance;  eine verführerische Hybridisierung von Körpern, eine parallele Erzählung, die sich den wechselnden Rhythmen anpasst. Ein spontaner Tanz bildet sich in einem kurzen Moment der Unterbrechung; Blicke werden ausgetauscht. Die wundersame visuelle Verschmelzung unserer Identitäten variiert je nach Lichteinfall. Von Sensoren erfasst moduliert jede unserer Bewegungen den Soundtrack und setzt das Rauschen und Murmeln eines fast übernatürlichen Großstadtdschungels neu zusammen. Eine Tür öffnet sich in die Realität und wir werden in die Raumzeit eines Anderswo im Hier und Jetzt hinaus getrieben.

 

Eine Produktion von Van Grimde Corps Secrets. In Koproduktion mit Festival TransAmériques, Place des Arts, Anick La Bissonnière und der École supérieure de ballet du Québec. Künstlerische Residenzen am Place des Arts und Agora de la Danse. Van Grimde Corps Secrets wird unterstützt vom Canadian Council for the Arts (CAC), dem Conseil des Arts de Montréal (CAM) und vom Conseil des Arts et des Lettres du Québec (CALQ) für diese Produktion und für deren Programm zur Unterstützung der digitalen Infrastruktur.

Künstlerische Leitung
Isabelle Van Grimde

Rauminstallation (Dystopie)
Anick La Bissonnière

Soundinstallation (Per Tempus)
Thom Gossage in Zusammenarbeit mit Frédéric Filteau

Choreografie
Isabelle Van Grimde

Von und mit
Sophie Breton, Marie-Ève Lafontaine, Samaël Maurice, Maya Robitaille and Georges-Nicolas Tremblay

Lichtdesign
Bruno Rafie

Sensortechnik
Frédéric Filteau

Technische Leitung
Émilie Bérubé-Dionne

Produktionsleitung
Mikaël Vitali

Choreografie Assistenz
Marie-Ève Lafontaine and Sophie Breton

The Body in Question (s) 2 ist eine Mischung aus Choreografie, Raum- und Akustikarchitektur, Ausstellung und interaktiver digitaler Technologie. Die Arbeit erforscht, auf welche Weise der massive soziale, kulturelle und technologische Wandel in modernen Gesellschaften unser Denken und unsere Wahrnehmung von Körpern beeinflusst. Isabelle Van Grimde verwandelt die sieben Räume der Enterprise Square Gallerie in Edmonton, indem sie einen organischen Raum schafft, der das Publikum zum Verweilen einlädt anstatt nur hindurchzugehen. Darin inszeniert sie einen Dialog zwischen dem lebenden Körper und seinem Genom, seiner digitalen Umwandlung, seinem virtuellen Bild und seiner traumartigen Dimension. Sie provoziert Spannungen zwischen dem Urkörper und dem zukünftigen Körper und regt ein Nachdenken über den Zustand des physischen Körpers in einer zunehmend virtuellen Welt an, in der Computer unsere mentalen und physischen Prozesse beeinflussen. Diese Fragestellung wirkt umso eindringlicher, als eine digitale Plattform dem Publikum eine Live-Ansicht der Schöpfung hinter die Kulissen ermöglicht und eine Web-Wiedergabe der sie umgebenden Arbeit ermöglicht. Von einem Raum zum nächsten entdecken die Besucher Werke von neun Bild- und Medienkünstlern, Essays von zwei Wissenschaftlern und die subtilen Bewegungen von sechs TänzerInnen im Alter von 23 bis 60 Jahren. Videoinstallationen übertragen ihre Performances in die Räumen, die sie nicht mehr besetzen, sodass eine ständige choreographische Präsenz in der Ausstellung bestehen bleibt. The Body in Question (s) 2 widersetzt sich den Vorstellungen von Raum und Zeit und nutzt den Körper des Betrachters, um sich selbst neu zu erfinden. Eine intime Erfahrung, deren Dauer und Art von jedem einzelnen Besucher bestimmt wird.

Kurator, Künstlerische Leitung und Choreographie
Isabelle Van Grimde

Raumgestaltung
Éric O. Lacroix

Von und mit
Marie Brassard, Sophie Breton, Marie-Ève Lafontaine, Robin Poitras, Georges-Nicolas Tremblay and Brian Webb

Visual Art
Derek Besant, Brennan/Caulfied/Mills, Kate Craig, Foumalade, Anick La Bissonnière, Éric O. Lacroix, Nadia Myre, Marilène Olivier and Monique Régimbald-Zeiber

Isabelle Van Grimde ist Choreografin und künstlerische Leiterin der Tanzkompanie Van Grimde Corps Secrets. Ihr interdisziplinärer Ansatz macht sie zu einer führenden Persönlichkeit in der Körperforschung.

Van Grimde Corps Secrets nähert sich dem tanzenden Körper auf transdisziplinäre Weise. Die Forschungs- und Künstlerische Arbeit der Kompanie wird durch verschiedene Disziplinen bereichert und bietet eine pluralistische und zeitgenössische Sicht auf den Körper. Konzepte aus der Spitzenforschung in den Natur- und Geisteswissenschaften sind mit Ideen aus Theater, Musik und Literatur verwoben, um mittels des Tanzes einen dynamischen Dialog zu schaffen.

Dieser Ansatz führt Isabelle Van Grimde dazu, mit KünstlerInnen und ForscherInnen aus verschiedenen Disziplinen zusammenzuarbeiten, die digitale Technologien in die Kreation, Produktion und Präsentation ihrer Werke integrieren. Die Arbeiten bilden so eine breite Palette von künstlerischen Gesten ab, um den Tanz neu zu überdenken und zu gestalten.

Bühnenproduktionen, choreografische Konzerte, Installationen, Performances, Publikationen und interaktive webbasierte Arbeiten gehören zum Repertoire von Van Grimde Corps Secrets.

Eve 2050

Symphonie 5.1

Corps secret / Corps public

The Body in Question(s)²