PLAN B

Ghosts of Rosegarden (neue Produktion 2026)

Ghosts of Rosegarden, das am 6. Oktober im Dance House Helsinki uraufgeführt wird, ist ein groß angelegtes Bühnenstück für sieben Tänzer*innen und fünf Musiker*innen der finnisch-karelischen interdisziplinären Choreografin Elina Pirinen, deren Arbeiten für ihren spezifisch weiblichen, düsteren und exzessiven Charakter sowie ihren ritualistischen, ausgelassenen, geheimnisvollen, humorvollen, queer-psychischen, neoromantischen und primitiven folkloristischen Stil bekannt sind.

Als Inspiration für Pirinens Performance und Ville Kabrells Musikkomposition dienen Werke der klassischen Musik und Bühnenlibretti, in denen Frauen und Mädchen geopfert, ermordet, in Märchenwesen verwandelt, eingesperrt, entführt oder auf andere Weise einem grausamen und ungerechten Ende zugeführt werden. Pirinen entwirft ein neues Libretto zu Kabrells neuer Komposition, und gemeinsam erschaffen sie ein zeitgenössisches feministisches Märchen.

Ghosts of Rosegarden orientiert sich an Strawinskys legendärem „Le Sacre du Printemps“, doch anstatt eine weitere Version der ursprünglichen Erzählung zu liefern, wird hier keine Frau getötet. Stattdessen werden diese Frauen und Mädchen immer wieder in unterschiedlichen Formen wiedergeboren – als tanzende, musizierende, vortragende Verkörperungen von Lebenskraft, als Alter Egos aus Fleisch und Blut, als freie Geister, als Symbole des Lebens, als Zeremonienmeisterinnen und als neue Ikonen. Sie schreiben die Geschichte neu, vernichten den frauenfeindlichen Fokus, verursacht durch die ultimative Eifersucht gegenüber dem gebärfähigen Geschlecht, und setzen sich mit dem überdauernden, frauenspezifischen Kern künstlerischen Ausdrucks im Laufe der Jahrhunderte auseinander

Ghosts of Rosegarden gliedert sich in drei unterschiedliche Teile und Schauplätze: einen Rosengarten, das darunter liegende Grab und eine eigentümliche Hausparty. In einer hybriden Matrix aus neoprimitivem Tanz, wiedererkennbaren und unheimlichen Charakteren, viszeraler Erzählkunst durch Knurren und Gesang sowie geheimnisvoll beeindruckendem Live-Film als körperliches Kino, das von den Performer*innen gesteuert wird, wird das Ganze von einer gewaltigen Komposition mit Streichern, Fagott, Glocken und Elektronik getragen, live gespielt vom Avantgarde-Kammerorchester Avanti! aus Helsinki.

In Koproduktion mit: Zodiak – Center for New Dance (Finnland), Sõltumatu Tantsu Lava Tallinn (Estland), Dansens Hus Stockholm (Schweden), BIT Teatergarasjen Bergen (Norwegen), Libidian Wonders (Finnland) und Avanti! chamber orchestra. Unterstützt von: Arts Council Finland, Jane and Aatos Erkko Foundation, Jenny and Antti Wihuri Foundation, New Classics Fund, Erasmus+, Nordic Culture Point. Unterstützung Residenzen: English Estonian Embassy in Helsinki, Estonian Ministry of Culture.