PLAN B

Kaori Ito/Cie.Himé (FR/JP)

Nachdem sie mit ihrem Vater und mit ihrem Lebenspartner tanzte und einen kleinen Jungen zur Welt brachte, bleibt Kaori Ito sich selbst gegenübergestellt und konfrontiert mit ihrem ständig bewegten Künstlerleben. Sie entdeckt das sehr zeitgenössische Gefühl der Beschleunigung von Zeit. Sich in die Rolle eines Roboters zu versetzen, der alles über das menschliche Verhalten erlernen muss, um zum Leben zu gelangen, erlaubt es ihr, sich von der Menschheit zurückzuziehen und endlich in der Gegenwart zu leben, auf der Bühne wirklich lebendig zu sein. Sie ist endlich allein, um den Tod zu akzeptieren und zu lernen, wie man das liebt, was das Wesen der Menschen ausmacht –  ihre Fragilität.

Als Künstler leben wir sehr oft auf Reisen; unser Leben scheint sehr weit von der Idee der Seßhaftigkeit entfernt zu sein. Wir haben sehr intensive und sehr kurze Begegnungen. Wir sagen Hallo und Auf Wiedersehen wie in einer Reihe von kleinen Todesfällen. Ich hatte oft Angst, in dieser fast roboterhaften Lebensweise allein zu sein. Alles passierte sehr schnell und ich fühlte mich, als würde ich mich nie ausruhen. Nach einer Weile brauchte ich eine Zeit der Leere, der Entleerung meines Körpers. Die Zeit der Leere lässt uns glauben, dass wir vielleicht dem Tod entkommen könnten. Also versuche ich mich in die Rolle eines Androiden zu versetzen, der menschliches Verhalten nachahmt und erlernen muss. Nach der Geburt meines Kindes fühle ich heute Tod und Geburt eng miteinander verwandt.“

– Kaori Ito

Dauer: 50 min.

Eine Produktion von Association Himé. In Koproduktion mit ADC in Genf – Schweiz, KLAP – Maison pour la danse – Marseille, MA scène nationale – Pays de Montbéliard, Théâtre Garonne – scène européenne – Toulouse, Lieu Unique – Nantes, Avant-scène – Cognac, Théâtre de Saint-Quentin -en-Yvelines, MAC de Créteil. Partner: Direktion für Kulturelle Angelegenheiten der Île-de-France – Ministerium für Kultur und Kommunikation, Fondation Sasakawa. Mit Unterstützung der Compagnie 111 – Aurélien Bory / nouvelle Digue, Stiftung Flux in Genf. Die Himé Association wird von der BNP Paribas Foundation für ihre gesamten Projekte unterstützt. Kaori Ito ist assoziierte Künstlerin von Maison des arts de Créteil, im künstlerischen Austauschprogram von KLAP Maison pour la danse und Künstlerin in Residenz am Cent-quatre in Paris. Die Compagnie Himé wird von Pro Helvetia bei ihren Touren unterstützt.

Text, Inszenierung, Choreographie und Performance
Kaori Ito

Choreografische Assistenz
Gabriel Wong

Künstlerische Mitarbeit
Aurore Thibout und Erhard Stiefel

Musik
Joan Cambon

Licht Design
Arno Veyrat

Dramaturgische Beratung
Julien Mages, Zaven Paré (robotics) and Jean-Yves Ruf

Choreografische Assistenz on Tour
Chiharu Mamiya

Bühnenleitung und Ton
Adrien Maury

Lichttechnik
François Dareys

Bühnentechnik
Yann Ledebt

Bühne
Pierre Dequivre, Delphine Houdas and Cyril Trupin

Dank an
Théo Touvet

Produktion
Améla Alihodzic (Playtime)

Kurz nachdem sie sich kennengelernt haben, zollen Kaori Ito und Théo Touvet in Fire me up allen Personen Tribut, die sie geliebt haben und die sie auf andere Romanzen „vorbereitet“ haben. Sie kreieren mit zwei Stimmen und offenbaren auf eine sehr unprüde Art ihre „Liebesanatomie“ in Form eines Logbuchs. Bruchstücke von Trennungsbriefen, leere Versprechungen, Erklärungen, Worte der Liebe bilden diesen leidenschaftlichen Korpus. Eine eigensinnige und emotionale Erfahrung.

Zunächst teilen wir das Publikum in zwei Gruppen in verschiedene Räumen auf und laden sie ein, der Vertraute der Liebe und der sexuellen Erfahrung eines jeden von uns zu sein. Indem wir Ihnen von unseren Liebesgeschichten und unseren ersten romantischen Erfahrungen erzählen, versuchen wir, uns so weit wie möglich zu öffnen, um einen echten Kontakt mit Ihnen herzustellen und ein Stück unseres Lebens zu teilen. Sie hören vielleicht einen Trennungsbrief, die Liebessprüche, die uns geprägt haben, die Versprechen, die wir unserem Ex vergebens gemacht haben, oder die Kritik, die wir erhalten haben. Wir erforschen auch unsere Tabus, unsere Narben und unsere Wunden, indem wir Ihnen von intimen Körperteilen erzählen. Um diesen Striptease unserer in die Enge getriebenen Wesen fortzusetzen, bringen wir die beiden Gruppen wieder zusammen. Wir wagen es dann, unsere Gäste zu Zeugen der körperlichen Begegnung unserer Hände, unserer Münder und der ganzen Ausdehnung unserer Körpers zu machen in einer zärtlichen, rücksichtsvollen aber auch brutalen Choreographie.“

Kaori Ito und Théo Touvet

Dauer: 90 min.

Eine Produktion von Compagnie Himé. In Koproduktion mit Ménagerie de Verre in Paris (Studiolabor). Mit Unterstützung von Festival Antigel (Schweiz), Flux Laboratory (Schweiz), La Ménagerie de Verre als Teil von Studiolab (Frankreich), ADC Genève (Schweiz) und Jean Guizerix. Die Compagnie Himé wird seit ihrer Gründung im Jahr 2015 von der BNP Paribas Foundation für ihre gesamten Projekte unterstützt. Kaori Ito ist assoziierte Künstlerin von Maison des arts de Créteil, im künstlerischen Austauschprogram von KLAP Maison pour la danse und Künstlerin in Residenz am Cent-quatre in Paris. Compagnie Himé wird von Pro Helvetia bei seinen Touren unterstützt.

Choreografie und Performance
Kaori Ito und Théo Touvet

Künstlerische Assistenz
Gabriel Wong

Bühnenmeister
Adrien Maury

Choreografische Assistenz on Tour
Chiharu Mamiya

Produktionsleitung
Améla Alihodzic (Playtime)

Kaori Ito lebte zehn Jahre lang Tausende von Kilometern von ihrem Vater entfernt. Sie hat dieses poetische Tanzstück ihrer Wiedervereinigung gewidmet und die beiden sind gemeinsam auf der Bühne zu sehen. Sie zeigen Liebe, Trennung, Ernüchterung, Resignation und Stolz. I dance because I do not trust words gibt einen schonungslosen Einblick in die Verbindung zwischen Vater und Tochter. Er ist ein berühmter bildender Künstler in Tokio und sie hat als Tänzerin einen weltweiten Durchbruch erzielt. Er war autoritär und sie verehrte ihn. Er ist jetzt älter und zerbrechlicher und vielleicht haben sich die Rollen vertauscht. Der Mann, der unser erster Held war, ist von seinem Sockel gefallen, derjenige, von dem wir uns zu befreien versuchen, bis wir merken, wie unsichtbare Kräfte uns wieder zu ihm ziehen, weil er ein Teil von uns ist. Kaori und Hiroshi Ito zeigen Mut, indem sie zusammen kommen und offen diskutieren, was in all den Jahren unausgesprochen blieb. Sie stellt ihm viele Fragen: „Warum rauchst du? Warum sind deine Bilder so dunkel? Warum stehst du nicht aufrecht? Warum kochst du immer Curry? Hast du Angst vor der Entfernung zwischen uns?“ Er ist alt und seine Antworten sind weise und wahr: „Ich glaube, ich sehe dich öfter als andere Eltern ihre Kinder sehen.“ Dieses Gespräch zwischen Vater und Tochter wird so nicht nur zu einem tänzerischen Dokument von Verwandtschaft, sondern macht auch das Unausgesprochene zwischen den Generationen für das Publikum sicht- und erfahrbar. „Because in Japan, we do not trust words“, so Kaori.

Dauer: 60 min.

Eine Produktion von Compagnie Himé. Koproduktion und Residenz: Théâtre Garonne scène européenne – Toulouse / Frankreich, Théâtre de Saint-Quentin-en-Yvelines – Scène nationale /Frankreich, Théâtres de la Ville de Luxemburg, Ménagerie de verre – Paris /Frankreich, ADC de Genève / Schweiz, Lieu Unique – scène nationale de Nantes /Frankreich, Klap Maison pour la danse – Marseille /Frankreich, Avant-Scène – Scène conventionnée de Cognac /Frankreich, Channel – scène nationale de Calais /Frankreich und Filature – Scène nationale de Mulhouse /Frankreich, Fondation Sasakawa /Japan. Partner: Stadt Genf, Arcadi Île-de-France, SSA, Pro Helvetia, Loterie Romande und Fondation Ernst Gohner. Die Association Himé wird von der BNP Paribas Foundation für ihre gesamten Projekte unterstützt. Die Kompanie wird unterstützt vom Ministerium für kulturelle Angelegenheit – DRAC Ile de France, par la Région Ile-de-France et le Département du Val-de-Marne. Kaori Ito ist assoziierte Künstlerin von Maison des arts de Créteil und Le Centquatre in Paris sowie im künstlerischen Austauschprogramm von KLAP Maison pour la danse.

Performance
Kaori Ito, Hiroshi Ito

Text, Inszenierung und Choreografie
Kaori Ito

Choreografische Mitarbeit
Gabriel Wong

Drehbuch und Unterstützung
Julien Mages

Bühne
Hiroshi ito

Licht Design
Arno Veyrat

Musik
Joan Cambon

Masken und dramaturgische Mitarbeit
Erhard Stiefel

Kostüme
Duc Siegenthaler (Haute École d'Art et de Design de Genève)

Schauspielcoaching
Jean-Yves Ruf

Stimmencoaching
Alexis Gfeller

Choreografische Mitarbeit auf Tour
Chiharu Mamiya

Tontechnik (wechselnd)
Adrien Maury und Bernard Lévéjac

Lichttechnik (wechselnd)
Arno Veyrat, Carole China, Thomas Dupeyron und Pierre Montessuit

Produktion
Améla Alihodzic (Playtime)

Kaori Ito wird in Japan geboren und studiert ab dem Alter von fünf Jahren klassisches Ballett. Mit zwanzig zieht sie nach New York und absolviert eine Tanzausbildung am Purchase College. Nach ihrer Rückkehr nach Tokio studiert sie Soziologie und erhält von der japanischen Regierung ein Künstler-Stipendium, um nach New York zurückzukehren. Dort führt sie ihre Tanzausbildung am Alvin Ailey Tanztheater fort. 2003 spielt sie die Hauptrolle in Iris von Philippe Decouflé und tritt dem Ballet Preljocaj für Les 4 saisons bei. 2006 tanzt sie in Au revoir Parapluie von James Thierrée und arbeitet mit ihm zusammen für Raoul und Tabac Rouge. Danach assistiert sie Sidi Larbi Cherkaoui bei dem Film Le Bruit des Gens autour mit Léa Drucker und wirkt als Solistin bei Guy Cassiers in der Oper House of the Sleeping Beauties mit.

2008 kreiert sie ihre erste Performance Noctiluque in Vidy-Lausanne. 2009 präsentiert sie ihr zweites Stück Solos in Marseille, welches 2012 für die Lyon Dance Biennale wiederaufgeführt wird. Island of no memories entsteht 2010 während der Competition (Re)connaissance. Dafür erhält sie den ersten Preis und wird für das Programm Modul-Dance von EDN (European Dancehouse Network) ausgewählt. Im Jahr 2012 widmet Aurélien Bory ihr ein Portrait mit Plexus, für das sie die Choreographie entwickelt. Nachdem sie bei Alain Platel in Out of Context tanzt, kreiert Kaori Asobi, produziert von Les Ballets C de la B. Im Jahr 2014 entsteht La Religionie à la fraise mit Olivier Martin Salvan beim Festival d’Avignon .

Als interdisziplinäre Künstlerin macht Kaori auch mehrere Videoarbeiten (Carbon Monoxide, 2004, The sea is calm, 2006, Niccolini, 2008 mit James Thierrée, Damien Jalet und Niklas Ek) malt und arbeitet regelmäßig am Theater, vor allem mit Edouard Baer und Denis Podalydès (Le Cas Jekyll 2, Le Bourgeois Gentilhomme von Molière, L’homme qui se hait von Emanuel Bourdieu und Lucrèce Borgia von Victor Hugo) für die Comédie Française.

Im Jahr 2015 gründet sie ihre eigene Kompanie und kreiert I dance because i do not trust words, ein Duo mit ihrem Vater, einem Bildhauer in Japan. Sie erhält den SACD-Preis Nouveau talent chorégraphie und trägt den Titel Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres. Kaori arbeitet auch mit Alejandro Jodorowsky in Poesía sin fin, der 2016 in Cannes bei der Quinzaine des réalisateurs  präsentiert wird, und in Ouvert la nuit von Edouard Baer, ​​der im Januar 2017 seine Erstaufführung feiert. 2017 entsteht gemeinsam mit ihrem Partner Théo Touvet die Performance Fire me up für das Antigel Festival in Genf, ein Stück über die Liebe. 2018 kreiert sie ihr neuestes Solo Robot, Eternal Love.

Momentan arbeitet sie mit Mirai Moriyama an dem Duett Is it worth to save us? und bereitet ihr neues Gruppenstück vor, das 2020 uraufgeführt wird.

Robot, Eternal Love

Fire me up

I dance because I do not trust words