PLAN B

Cie Ioannis Mandafounis (GR/CH)

In den Augen des Publikums mag die Karriere eines Tänzers oder einer Tänzerin wie ein Sprint erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es ein Marathon an unterschiedlichsten und immer wiederkehrenden Herausforderungen. Mit zunehmendem Alter und einer sich genau aus diesem Grund dem Ende zuneigenden Karriere muss sich jede Tänzerin und jeder Tänzer an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben derselben Offensichtlichkeit stellen: Erschöpft von den über ihre gesamte Laufbahn hindurch gemeisterten technischen Anforderungen muss der Körper seinem eigenen Verfall bis zur allerletzten Verbeugung standhalten.

Mit Faded kehrt der ehemalige Forsythe-Tänzer Ioannis Mandafounis zu seiner ersten Liebe, dem Ballett, zurück und erweist der grazilsten aller Tanztechniken eine letzte Ehre: Der Choreograf tanzt einige der anspruchsvollsten Männersoli – sogenannte „Variationen“ – des klassischen Balletts, eines nach dem anderen. Seine Bühnenkomplizin, die talentierte Schauspielerin Antigone Frida, begleitet ihn nicht nur musikalisch, sondern auch emotional und führt mit ihm und uns einen getanzten Dialog, der über die Flüchtigkeit der Jugend und der Liebe zum Tanz erzählt. In seiner entwaffnenden Schlichtheit ist Faded ein getanzter Abschiedsgruß des Choreografen von der Bühne.

Auf ehrliche und einfache Weise blickt Faded hinter die Kulissen, und zeugt von dem alltäglichen Leben eines Tänzers in seinem schier übermenschlichen Kampf, der sich der so schmerzlos scheinenden Tanzkunst verbirgt.

 

Dauer: 45 min.

 

Eine Produktion von Cie Ioannis Mandafounis in Koproduktion mit Stadt Vernier – Abteilung für Kultur und Kommunikation,Theater Freiburg, Onassis Kulturzentrum Athen, Migros Kulturproduzent Tanzfestival Steps. Gefördert durch die Stadt Genf, Kanton Genf, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Loterie Romande. Ermöglicht durch Residenzen bei Duncan Dance Research Center Athen, Studio Grütli / ADC Genf. Die Produktion dankt Ecole de danse de Genève – Patrice Delay und Sean Wood sowie Pauline Huguet.

Die Cie Ioannis Mandafounis erhält Subventionen im Rahmen der kooperativen Fördervereinbarung zwischen der Stadt Genf, dem Kanton Genf und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Konzept und Performance
Ioannis Mandafounis

Livemusik und Performance
Antigone Frida

Coaching
Smaralia Karakosta

Dramaturgie
Eri Kyrgia

Licht
David Kretonic

Produktionsmanagement
Mélanie Fréguin

Mit Sing the Positions bieten Ioannis Mandafounis und Manon Parent eine reine und schlichte Verschmelzung von Tanz und Livekonzert. Beide Künstler*innen greifen auf Werkzeuge und Erfahrungen zurück, die sie als erfahrene Performer*innen bestens beherrschen: hier eine Tanzimprovisation oder ein Operettenrefrain, da ein Solostück für Geige oder ein Sampling-Muster.

Parent und Mandafounis reisen musikalisch durch unterschiedliche musikalische Felder – von Oper zu experimenteller Musik. Es ist eine Entdeckungsreise, die kindliche, humorvolle, verspielte Züge trägt. Das Mantra der beiden Künstler lautet: „The ocean: I’m coming“ und trägt sie und das Publikum durch den Abend.

Parent und Mandafounis, zwei Meister*innen der Bewegung, haben eine „Show“ kreiert, die das Publikum aus seinem geschäftigen Alltag heraushebt, um es eine Zeit lang mit den einfachen Wahrheiten zu verbinden, die der Tanz ausdrückt. Die Künstler*innen verschmelzen miteinander und mit ihrer Umgebung, verbinden widersprüchliche musikalische Elemente und Emotionen und gehen über Bedeutungen, Konzepte und Strukturen hinaus.

Sing the positions sprudelt von Lebensfreude und Experimentierlust, als ob der Abend unser letzter wäre.

 

Dauer: 45 min.

 

Eine Produktion von Cie Ioannis Mandafounis in Koproduktion mit ADC-Geneva, Tanzhaus-Zürich, Prairie – Migros Pour-cent Culturel, RESO-Fonds des programmateurs. Mit Unterstützung von Swiss Arts Council Pro Helvetia, SSA, Nestlé for Art foundation, Stanley Thomas Johnson foundation.

Cie Ioannis Mandafounis wird gefördert durch die Stadt Genf, Kanton Genf sowie Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung.

Konzept
Ioannis Mandafounis

Choreografie und Musik
Ioannis Mandafounis und Manon Parent

Licht
David Kretonic

Ton
David Scrufari

Produktionsmanagement
Mélanie Fréguin

Produktionsassistenz
Erin O'Reilly

In NU hat der Zuschauer die Möglichkeit Nacktheit im wahrsten Sinne des Wortes hautnah zu erleben. In vertraulichem Raum, einberufen zur Entblössung des Tänzers ist der Zuschauer Zeuge eines Körpers in Bewegung. Ioannis Mandafounis und Émilia Giudicelli enthüllen das Theaterdispositiv bis auf sein «Nötigstes».

 

Eine Produktion von Cie Ioannis Mandafounis. In Koproduktion mit Performa Festival und Prairie Migros Pour-cent Culturel. Unterstützt von der Stadt Genf, dem Land Genf und Pro Helvetia – Swiss Arts Council. Partner: Tanzhaus Zürich und Micro-Utopian Practices.

Konzept
Ioannis Mandafounis, Emilia Giudicelli

Choreografie
Ioannis Mandafounis, Manon Parent

Produktionsleitung
Mélanie Fréguin

Mit One One One hat der Choreograph Ioannis Mandafounis eine Vis-à-vis-Performance entwickelt, die das Publikum Teil der Szenerie werden lässt. Zwei Zuschauer aus dem Publikum sind eingeladen die Inspirationsquelle für zwei Tänzer*innen zu werden. Während sie in ihren Stühlen sitzen, tanzen die Tänzer*innen nur für sie, nehmen ihre Regungen und Emotionen auf und senden diese, in Bewegung übersetzt, wieder an die Zuschauer zurück. Die Zuschauer dürfen die Situation verlassen, wann immer sie möchten und müssen nicht interagieren. Das übrige Publikum kann beobachten, wie die Tänzer*innen für die jeweils sitzenden Zuschauer tanzen.

One One One kreiert einen choreografischen Raum im Spannungsfeld zwischen Performance und Empfindung, der den Zuschauern ein sowohl ungewohnt aufwühlendes als auch berührend erwachendes Erlebnis ermöglicht. Indem sich die im Theaterkontext übliche Barriere zwischen Performer und Zuschauer auflöst, entsteht eine intensive und intime Verbindung zwischen den beiden, die in einem Saal voller Menschen schwerlich zu Stande käme.

Aufführungsorte von One One One sind stets öffentliche Räume. Sie werden bewusst als Experimentierfeld und als Orte der Nicht-Darstellung genutzt, um das Publikum zu einer unerwarteten Erfahrung einzuladen.

 

Dauer: 120 min.

 

Eine Produktion von Ioannis Mandafounis. In Koproduktion mit Prairie – Migros Cultural Percentage, Tanzfest 2015. Mit Unterstützung durch Stadt Genf, Kanton Genf, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und Corodis – Lottery romande.

Konzept und Choreografie
Ioannis Mandafounis

Performance
Ioannis Mandafounis & Manon Parent / Anne-Charlotte Hubert / Emilia Giudicelli / Tilman O'Donnell

Mediation
Mélanie Fréguin

Ioannis Mandafounis, geboren 1981 in Athen, studierte an der National Dance School of Athens und am Conservatoire de Paris. Bevor er freier Choreograf wurde, war er Mitglied des Opernballetts in Göteborg, des Nederlands Dans Theater II und von 2005 bis 2009 der Forsythe Company. 2004 gründete er die „Lemurius Company“, für die er mehrere Stücke choreografierte unter anderem Provalondas tin Skia (2005), Anthropines Diastasis (2007), Crosstalk (2009) und Yperparagogi (2011). 2007 entstand für die griechische Nationaloper eine neue Fassung von «L’après-midi d’un faune».

Im Jahr 2007 begann eine enge Zusammenarbeit mit dem Tänzer und Choreografen Fabrice Mazliah. Gemeinsam kreierten sie P.A.D., eine Produktion des Athener Tanzfestivals, das unter anderem auch an den Swiss Dance Days gezeigt wird. Sie schufen ausserdem HUE und Eifo Efi (2013), produziert von der Forsythe Company. 2009 entstand «Cie Project 11» als Resultat ihrer Kollaboration, ausserdem gründeten beide – gemeinsam mit May Zarhy – das Künstlerkollektiv Mamaza. Durch ihre gemeinsame Arbeit entwickelten sie einen choreografischen Raum, der die existierende Spannung zwischen sichtbarem Bild und dem daraus resultierenden körperlichen Gefühl hinterfragt, oder auch die Spannung zwischen dem körperlichen Bild und dem sichtbaren Gefühl. Indem sie den Schwerpunkt auf das Zusammenströmen von Ideen in Erfahrung legten, arbeiteten sie kollaborativ und vereinigten so die Rolle des Choreografen mit der des Performers.

Zusammen haben sie Z.E.R.O. (2009), Cover Up (2011), Pausing und die Kompanie The Nikel Project– songs & poems (2012) sowie choreografische Installationen wie Asingeline (2012), Context without content (2012) und Garden State (2014) hervorgerufen.

2012 beschlossen die Mitglieder des Kollektivs, ihre gemeinsamen Projekte einzustellen, und Ioannis Mandafounis suchte nach neuen Herausforderungen. Er übernahm die Leitung von «Cie Projet 11» und benannte die Kompanie nach seinem Namen um.

Ioannis hat auch mit vielen anderen Choreograf*innen Stücke kreiert darunter Twisted Pair mit Nikos Dragonas, Olivia Ortega und Katerina Skiada (2013), ApersonA mit Elena Gionnatti und Nina Vallon (2014), One One One mit Aoife McAtamney (2015), Soli mit Laurent Chétouane, Roberta Mosca und Mikael Marklund (2015),Ossip Mandelstam. A performance mit Bruce Myers, Elena Giannotti und Roberta Mosca (2016), NU mit Emilia Giudicelli, (2017), Sing the Positions mit Manon Parent (2017), Make sure you have exhausted all that is communicated through stillness and silence mit Brice Catherin (2017),It finishes when it finishes mit Corpus Ensemble (2018) und Faded mit Antigone Frida (2019).

Mehrere Compagnien luden Ioannis Mandafounis ein, Auftragswerke für sie zu choreografieren, darunter In-Formation (2011) und Howl (2012) für das Ballett Junior de Genève, Viel | leicht für das Theater Junge Generation in Dresden (2016) und HA für La Manufacture in Lausanne (2017), MayaBuff – a delirium from Mayakovsky für das Nationaltheater Griechenlands in Athen (2018) und Fearful Symmetries für das Grand Théâtre de Genève (2019). Er choreografierte ausserdem für P.A.R.T.S. in Brüssel, die Palucca Schule in Dresden, K3 Kampnagel in Hamburg, das Tanzlabor 21 Frankfurt und andere.

2015 wurde er mit dem Schweizer Tanzpreis in der Kategorie «Herausragender Tänzer» ausgezeichnet.

Faded

Sing the Positions

NU

One One One